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Mittwoch, 21. September 2011

Im Auge des Sturms


Im Moment zieht gerade Taifun Nummer 15 über mich hinweg. Über ganz Tokio, um genau zu sein. Aber keine Sorge, es ist hier nichts passiert, mir zumindest nicht. Ich sitze trocken, ausgeruht und wohlgenährt in meiner Bude und lerne über Youtube, wie man Bilder bearbeitet.

Draußen ist allerdings die Hölle los, ich höre den Wind heulen (was wirklich selten ist), der Regen peitscht gegen die Fenster und draußen fliegen kleinere Trümmerteile herum.

Am Institut hatten wir heute quasi sturmfrei, ab Mittag ist der Laden geschlossen worden. Das liegt auch daran, dass die Züge nicht mehr richtig fahren, von der realen Gefahr, von herumfliegenden Teilen getroffen zu werden, ganz zu schweigen.

Ich habe das anscheinend echt ein bisschen unterschätzt, normalerweise ziehen die Taifune immer an Tokio vorbei. Dieser hier nicht, der geht echt direkt drüber.

Naja, macht euch keine Sorgen, ich bin ja sicher im Trockenen und geh heute auch nicht mehr raus. Bin ja nicht blöd!

Ach ja: Im Laufe der Woche gibt es wieder neue Bilder von mir, diesmal allerdings mit einer Professionalität nachbearbeitet, die mich selbst staunen lässt!

Freitag, 5. August 2011

Nicht viel neues im Osten...


Liebe Freunde,

es gibt leider nicht wirklich neues zu verkünden. Die letzte Woche war recht gut, trotz einer erneuten Kreditkartensperre, die ich wieder lösen lassen musste. Ok, dieses Mal ging es auf meine Kappe. Ich kann nur alle 24 Stunden 500 Euro abholen, und wenn man das unterschreitet (zu oft unterschreitet und es trotzdem versucht) sperrt das System die Karte irgendwann.

Insofern weiß ich jetzt Bescheid und muss halt immer 24 Stunden warten, was vor allem dann ein Problem ist, wenn man größere Summen zahlen muss. Wobei, außer bei der Miete ist das ja nicht der Fall.

Ansonsten geht es mir hier ziemlich gut. Die Arbeit geht voran, ich sammle fleissig Material und finde auch immer mehr hilfreiche Quellen.

Es läuft also erwartungsgemäß gut, auch wenn ich leider außer Arbeit nicht so sonderlich viel nebenher unternehme. Klar, deshalb bin ich ja auch nicht hier, aber im Nachhinein war es vielleicht doch nicht die beste Entscheidung, den Rückflug gleich auf Ende März zu legen, ohne noch eine Woche oder so an Freizeit hinten dran zu hängen.

Wenn das so weitergeht werde ich es nie nach Okinawa schaffen... Da will ich doch schon ewig mal hin, aber wie ihr seht... ich denke einfach zu schmalspurig, das wirds sein.

Fukushima und kein Ende

Tja, das leidige Thema... oder besser: Die unendliche Geschichte. Fukushima ist und bleibt ein Problemfall. Ich habe letzte Woche gelesen, dass der Entschädigungsfonds für die Opfer der Katastrophe um den Kernreaktor 18 Milliarden Euro betragen soll.

Ich denke mal, dass sie diese Kosten nicht in die Betriebskosten oder Strompreisberechnungen eingeflossen sind, als man sich über die saubere, schöne billige Energie freute, die aus den Reaktoren kam. Also, bevor nur noch Strahlung und verseuchtes Wasser rauskam. Aber ich schweife ab...

In jedem Fall ist die Strahlenbelastung im Tokioter Trinkwasser wieder auf normalem Niveau angelangt. Auch die Lebensmittel sind so eine Sache. Mittlerweile ist belastetes Rindfleisch aufgetaucht... naja, es hätte auftauchen können, war aber schon durch den Verkauf durch und ist vermutlich schon verzehrt.

In jedem Fall ist jetzt die Provinz Miyagi auch in den Fokus gerückt.

Ich bleibe in der Regel dabei, nur Produkte aus Regionen zu kaufen, die relativ weit weg sind von Fukushima. McDonalds und Subway, die aktiv damit werben, Produkte aus Fukushima zu verwenden, meide ich. An Fisch bleibe ich bei Garnelen, Lachs und Thun, weil die relativ sicher sind (Garnelen kommen aus Farmen in Thailand, Lachs und Thun sind irgendwo im Meer gefangen, zumeist weit weg von den Problemregionen) und bei Gemüse vermeide ich grünes Blattgemüse.

Pilze esse ich, die sind sowieso aus Kulturen und haben keinen Kontakt mit der freien Natur (sieht man auch daran, dass die Wurzelstämme der Pilze noch die Form eines Blumentopfs haben).

Insofern tue ich, was ich kann, um das alles im Griff zu behalten und hoffe ansonsten das Beste.

Die Meldungen über hohe Strahlenwerte an einem der Abluftschächte klingt dramatisch, hat aber keine Auswirkungen auf die Region. Wenn es so "direkt" strahlt und keine Partikel (Ruß, Wasserdampf, Staub,...) freigesetzt werden, ist das wirklich nur sehr lokal wirksam.

Gut, auf das Kraftwerksgelände ist das gefährlich, keine Frage, aber sicher nicht außerhalb.

Erdbeben und Taifune

Tja, wieder so eine Überschrift... aber keine Sorge, es ist nicht so schlimm, wie es sich anhört.

Wir haben seit einer Woche wieder mehr Erdbeben. Generell sind es sehr viele, die meisten spürbar, aber längst nicht besorgniserregend stark. Die Taifune, die sich momentan über dem Pazifik quasi andauernd bilden, ziehen regelmäßig an Tokio vorbei und bringen leichten Regen und Bewölkung.

Bewölkung ist gut, weil wenn hier die Sonne scheint, wird es wirklich unerträglich heiß. Vor allem, weil die Schwüle ja nicht weggeht.

Insofern sind die Bedingungen hier anders als in D, aber es gibt von der Seite her keinen Grund zur Sorge.

Ich hoffe, es geht euch allen gut und melde mich bald wieder!

Freitag, 22. Juli 2011

Wochenende!!!

Hallo ihr Lieben!

Mann, ich klinge schon wie Lilo Wanders, falls sich da noch jemand dran erinnert. Egal, Hauptsache, man hat so seinen Spruch, mit dem man das alles einleitet, oder?

Also, die Kreditkarte ist wieder entsperrt, ich bin also gerettet. Außerdem ist das Wetter momentan absolut unglaublich gut, sonnig, leicht windig, und kühl. Naja, kühl heißt, dass man immer noch quasi nackt herumspringen kann, ohne zu frieren, aber man braucht weder eine Klimaanlage noch bekommt man Schweißausbrüche, sobald man sich auch nur irgendetwas anzieht.

Sommerpause

Perferkt sommerlich also! Ich bin mal gespannt, wie lange das anhält, ich könnte es so noch eine Woche aushalten. Vor allem wirkt es sich massiv auf den Stromverbrauch aus, wenn ganz Tokio die Klimaanlagen ausschaltet!

Am DIJ, an dem ich arbeite, haben wir im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat 20 Prozent Strom eingespart... und das, ohne, dass es wirklich einschränkend gewesen wäre: Licht aus in den Fluren, wenn keiner da ist, Klimaanlagen höher einstellen oder halt nicht andauernd laufen lassen, etc. Wir leisten also unseren Beitrag zum Stromsparen für Japan, soviel ist sicher.

Letzte Woche hatten wir einen Taifun. Naja, wir hier weniger, aber in Kansai (Kyoto, Osaka und so weiter) war es wohl ziemlich heftig. Hier hatten wir nur grauen Himmel, ein bisschen Regen (weder besonder lang noch besonders heftig) und seitdem ein recht mildes Sommerwetter.

Insofern: Kein Grund zur Beunruhigung. Hier mal ein paar Satellitenbilder zu dem Taifun, bevor er Japan getroffen hat:


Es gab wohl Befürchtungen, dass der nach Fukushima weiterziehen würde, aber ich glaube, das hat sich soweit erledigt. Das wäre wirklich fatal, wenn es soweit käme. Aber die Herbstsaison für Taifune hat noch nicht angefangen, insofern denke ich, ist noch etwas Zeit, bis die Stürme in kürzeren Frequenzen kommen. Also, genau genommen beginnt die Taifun-Saison schon im Frühsommer, aber die meisten Stürme kommen erst im September hier an.

Hab ich extra nochmal nachgeschlagen, immerhin deckt sich das mit meinen Erinnerungen an 2006. Wenn ein Taifun Tokio direkter trifft, kann es durchaus drei Tage lang richtig schwer einfach durchregnen, inklusive Winden, die den Regen unter jeden Schirm treiben.

Naja, in jedem Fall werde ich jetzt noch ein wenig aufräumen und putzen und dann mal sehen, was ich mit dem jungen Nachmittag noch anfange!